Chile T3 - Rapa Nui bis Reiseende


Chiles Mitte und Rapa Nui

Von uralten Araukarienwäldern und (rauchenden) Vulkanen zur Insel mit den geheimnisvollen Statuen

- Teil 3 von Rapa Nui bis Reiseende -



Tag 21 – Santiago de Chile – Rapa Nui

¡Bienvenidos a Isla de Pascua! 


Der Wecker klingelt um 05:00 Uhr früh. Wir rollen unser Gepäck ins gegenüberliegende Flughafenterminal, denn heute werden wir auf die Isla de Pascua fliegen. Fast 5 Stunden dauert der Flug auf diese chilenische Insel im Südpazifik. Wir haben Glück und bekommen wohl die besten Plätze in der Economy Class in einer Zweierreihe. Zudem verfügen unsere Sitze über Beinstützen, die ich bis dahin und auch Jahre später so nie wieder gesehen habe. 


Nachdem wir unser Gepäck auf dem Flughafen Mataveri vom Band geholt haben, werden wir mit einer Blumenkette begrüßt. Dieses Südseefeeling hat so gar nichts mit dem Chile zu tun, wie wir es bisher kennengelernt haben. 


Schnell erwerben wir die Eintrittskarten für 60 USD pro Person für den Nationalpark und schon sitzen wir im Auto für den kurzen Weg zu unserer Unterkunft mit dem Namen Puku Vai, wo wir für 5 Nächte bleiben werden. In diesem Hotel der Mittelklasse gefällt es uns sehr gut, die Angestellten sind ausgesprochen freundlich und zu unserer Freude haben wir im Zimmer einen Mitbewohner, einen kleinen Gecko.

Bereits von zuhause habe ich mehrere Privattouren für die nächsten Tage auf der Insel gebucht. Man kann hier zwar auch Autos mieten, allerdings verfügen diese über keinerlei Versicherungsschutz. Das war uns einfach zu riskant, da Zusatzversicherungen, wie ich sie gefunden habe, eine Basisversicherung des jeweiligen Landes voraussetzen. 


Tag 22 – Rapa Nui

Tangata Manu, ein Jahr als Vogelmann und warum mich Rapa Nui an die Inkas erinnert


Leider verspricht der Himmel heute nichts Gutes. Während wir beim Frühstück sitzen, regnet es aus Kübeln. Nach drei Wochen Sonnenschein in der Mitte Chiles sind wir solche Wolkenbrüche nicht mehr gewohnt und fragen uns, wie sich unsere Tour bei diesem Regen entwickeln soll. 


Pünktlich fährt unser Female Guide vor und tatsächlich hat es aufgehört zu regnen, auch wenn sich der Himmel in einem einzigen Grau über uns zeigt. 


Gäbe es nicht ein paar Palmen und höhere Sträucher auf dem Eiland, könnte man Rapa Nui getrost als baumlos bezeichnen. Man nimmt an, dass die Bäume gefällt wurden, um die Moais, Pukaos und Ahus zu ihren Bestimmungsorten zu transportieren. 


Unser erster Stopp führt uns zum Zeremoniendorf Orongo mit seinen 54 Rundhäusern. Alle Eingänge sind maximal 1,30 Meter hoch und auch im Inneren befinden sich Kriechgänge. Darüber hinaus gilt der Ort als der mit den meisten Petroglyphen der Insel, was wiederum ein Beleg für die Wichtigkeit dieses Zeremoniendorfes ist. 


Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf Motu Kao Kao sowie die beiden dahinterliegenden Felseninseln Motu Iti und die größere der beiden, Moto Nui. 


Orongo wurde nur wenige Wochen im Frühjahr genutzt und hier fand der berühmte jährliche Wettbewerb des Vogelmannkultes statt.


Es gab verschiedene Clans auf der Insel, die sich nicht unbedingt wohlgesonnen waren. Die jeweiligen Häuptlinge, die für den Tangata Manu, den Vogelmann, in Frage kamen, bestimmten ihren Krieger. Diese wetteiferten darum, als Erster das Ei einer Rußseeschwalbe vom Motu Kao Kao, der Vogelinsel, zurück auf die Hauptinsel zu bringen. Dazu mussten die Krieger Felswände hinunter- und hinaufklettern sowie durch das zuweilen aufbrausende und von Haien bevölkerte Wasser schwimmen. Der Häuptling des Siegers durfte ein Jahr als Tangata Manu herrschen und bestimmen, wer als Menschenopfer dargebracht werden sollte. 

Direkt anschließend an Orongo befindet sich der Krater Rano Kau, in dessen Innerem sich ein See mit Algen und Inseln aus Gras und Totoraschilf gebildet hat. 

Der Begriff Moais war mir bekannt, bevor ich mich in Vorbereitung zur Reise intensiver mit der Osterinsel beschäftigt habe, nicht so allerdings der Begriff Ahu. 


Ahus sind die Plattformen aus Steinen, auf denen die Moais aufgestellt wurden. Besonders eindrucksvoll kann man diese im Komplex Ahu Vinapu sehen. Mehr noch, beim Anblick fühle ich mich sofort an die Inkamauern in Peru erinnert, denn fugenlos setzen sich die Steine des Ahus passgenau zusammen. 


Hier in Ahu Vinapu sehen wir das erste Mal, wie die Moais in der Landschaft herumliegen. Bei Eintreffen der Europäer auf dem Eiland war dies der Normalfall. Alle Moais, die man heute stehend antrifft, wurden nachträglich wieder aufgestellt. Eine rote Stele in diesem Komplex, die in der Landschaft steht, soll Teil eines weiblichen Moais gewesen sein.

Der letzte Programmpunkt unserer heutigen Tour führt uns zur Höhle Ana Kai Tangata. Auf einem kleinen Pfad geht es hinunter zur Höhle, vor der der Pazifik in eine kleine Bucht donnert. Das Besondere an Ana Kai Tangata sind die Felsmalereien, die Rußseeschwalben darstellen.


Leider werden diese wohl in nicht allzu weit entfernter Zukunft kaum noch zu erkennen sein. Innerhalb von nur sieben bis acht Jahrzehnten sollen bereits viele Details verschwunden sein. Der belgische Ethnologe Henri Ferdinand Lavachery hat diese Kunst der Rapa Nui während einer knapp 6-monatigen Expedition in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zeichnerisch festgehalten, sodass man einen guten Vergleich hat. Umso mehr wundert es mich, dass in der Höhle keinerlei Absperrungen zu sehen sind, um diesen Schatz vor allzu neugierigen Händen zu schützen.

Nach einer Ruhepause in unserem Hotel besuchen wir in Hanga Roa, dem einzigen Ort der Insel mit seinen etwa 7.700 Einwohnern, das sehr interessante Museo Antropologico P. Sebastian Englert. Herr Englert war ein deutscher Priester. Er lebte und forschte viele Jahre auf der Osterinsel. 

Unweit vom Museum befindet sich der Komplex um den Ahu Tahai. Letzterer soll bereits vor 1.300 Jahren erschaffen worden sein und gilt als der älteste Moai. Sein Alter sieht man ihm an, die Zeit hat bereits an ihm genagt.



Hier steht auch der einzige Moai mit Augen. Diese wurden nachträglich angebracht und wirken tatsächlich ein wenig künstlich auf mich, gleichzeitig aber auch imposant. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, wie ich diesen Moai finden soll. Leider ist das Licht schlecht zum Fotografieren. Wir hoffen, dass die Lichtverhältnisse in zwei Tagen besser sein werden, denn dieser Ort ist ein Stopp während unserer Privattouren. Nichtsdestotrotz sind wir froh, dass das Wetter heute im Großen und Ganzen mitgespielt hat. Am Morgen sah es nicht danach aus, aber bereits am ersten Tag haben wir festgestellt, dass das Wetter auf Rapa Nui von einer Minute zur anderen wechseln kann.

Wir laufen am Friedhof der Insel vorbei und kehren im Restaurant Te Moana ein, wo wir jeder ein leckeres Tuna-Steak essen. Das war ein sehr interessanter Tag, vollgepackt mit Informationen über die Insel. 


Tag 23 – Rapa Nui

Im Steinbruch: Moai-Fabrikation wie am Fließband


Wie wechselhaft das Wetter der Insel ist, haben wir gestern bereits festgestellt. Heute brennt die Sonne vom Himmel und die Luftfeuchtigkeit empfinden wir als extrem hoch. Ich weiß nicht, ob das gute oder schlechte Bedingungen für unsere Ganztagestour sind. Aber ich will mich nicht beklagen, zumindest regnet es nicht.


Was wir gestern nur erahnten, wird sich heute im Laufe des Tages erst richtig herauskristallisieren. Die ganze Insel ist ein einziger Moai-Friedhof. Überall liegen die Moais herum, manchmal aber auch nur Einzelteile, wie der Pukao. Lediglich ein kleiner Teil der Moais wurde aufgestellt und selbst von diesen haben nicht alle die Vertikale beibehalten.


An der Südküste findet man die Orte Vaihu und Akahanga. Hier liegen mehrere umgestürzte Moais. So muss es vor einigen Jahrzehnten auf der gesamten Insel ausgesehen haben. In Akahanga sind die Petroglyphen immer noch gut zu sehen. Mir gefällt besonders gut die Lage am Meer, wo sich die Wellen am Lavagestein brechen. Aus einer Höhle heraus fotografiert, gelingt mir eines meiner Lieblingsfotos unseres Aufenthaltes auf Rapa Nui.

Mit seinen 15 aufgestellten Moais ist Ahu Tongariki die größte Plattform mit stehenden Moais auf Rapa Nui. Wie bei fast allen Moais schauen auch diese ins Landesinnere und stehen mit dem Rücken zum Meer. Jede der Statuen sieht anders aus, einige tragen einen Pukao, andere nicht. Im Jahr 1994 wurden diese 15 Moais von einer japanischen Firma aufgestellt. 

Aber das ist nicht das einzig Sehenswerte hier, sondern auch die vielen Petroglyphen auf dem Lavagestein, das hier Papa heißt. Leider ist der Sonnenstand nicht optimal zum Fotografieren, wie ich insgesamt die Lichtverhältnisse auf dem Eiland für mich als recht herausfordernd empfinde.

Mittlerweile ist es fast Mittag, die Sonne brennt vom Himmel, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Da sind wir über die vielen steilen Wege und Pfade am Volcán Rano Raraku zuerst nicht sonderlich erfreut. Zum Glück gibt es hier so viel zu schauen, dass wir die Mühe zeitweise vergessen. Man kann getrost sagen, wir befinden uns mitten in der Fabrikationsanlage der Moais. Überall stehen und liegen die Statuen, fertige, aber auch viele, an denen noch einiges an Arbeit zu leisten wäre. Noch mit dem Felsgestein verbunden sind Moais, die sich inmitten des Produktionsprozesses befanden. Bei einigen kann man bereits die ganze Form erkennen, bei anderen kann man nur erahnen, was der Fels einmal hergeben sollte. Jegliche Stadien der Produktion kann man hier bewundern. Ich habe gelesen, insgesamt befinden sich alleine hier am Rano Raraku 398 Moais. 


Wir sehen unter anderem den Moai Hinariru, den Piropiru, von dem man von seinen elf Metern nur vier sehen kann, der Rest ist in der Erde vergraben, Tukuturi, den einzigen sitzenden und bärtigen Moai sowie mit seinen 21 Metern größten Moai, der mit El Gigante keinen passenderen Namen tragen könnte.

Lediglich durch eine kleine Öffnung kann man den Krater des Rano Raraku erreichen. An den Hängen des Kraterinnenrandes, wie sollte es anders sein, stehen und liegen auch hier Moais. Mir gefällt besonders die Mischung aus roter Erde sowie grünem Gras und Totoraschilf. Hier in diesem Krater finden einige der – heute zum Glück in der Folge unblutigen – Wettbewerbe während der Tapati Rapa Nui Feiern statt.

Der Moai Paro auf dem Ahu Te Pito Kura mit seinen 10 Metern Höhe und 80 Tonnen Gewicht, von denen alleine sein Pukao 12 Tonnen auf die Waage bringt, war der größte Moai, der jemals aufgestellt wurde. Heute liegt er wie so viele seiner Leidensgenossen mit dem Gesicht kopfüber im Gras, sein Pukao nur wenige Meter entfernt vom ihm. Irgendwann nach 1838 muss er umgefallen sein. 


Unweit von dieser Stelle befindet sich an der harschen, aber sehr schönen, von Lavagestein geprägten Küste der magische Stein. Ich habe gelesen, dass dieser Stein, der gerne Ziel von Esoterikern ist, rein gar nichts mit der Rapa Nui Kultur zu tun haben soll. Nichtsdestotrotz wird er natürlich von der Tourismusindustrie vermarktet. 

Die Osterinsel ist arm an Sandstränden, noch dazu an weißen Sandstränden, im Grunde genommen kann man sogar sagen, es gibt nur einen einzigen. Ganz im Norden des Eilands befindet sich ein kleiner, schöner Strand mit in den 1960zigern Jahren angepflanzten Kokospalmen. Sein klangvoller Name lautet Anakena. 

Besonders pittoresk ist es hier, weil nicht weit entfernt vom Badespaß der einzelne Moai Ahu Ature Huki sowie die sieben Moais Ahu Nau Nau stehen. Zwei der Moais sind kaum noch als solche zu erkennen, lediglich der Rumpf beziehungsweise Teile dessen sind noch erhalten. Im Jahr 1979 wurden diese Moais aufgestellt. Da die Moais mit dem Rücken zur Sonne stehen, kann ich die Petroglyphen auf ihrer Rückseite sehr gut erkennen.

Das war ein sehr intensiver Reisetag, den wir mit einem leckeren Abendessen in einem Restaurant in Hanga Roa beschließen.


 Tag 24 – Rapa Nui

Mitten drin … in der Hutmanufaktur


Gestern sahen wir am Rano Raraku, wo die Moais hergestellt wurden. Ein wichtiges Accessoire jedoch wurde dort nicht gefertigt. Der rote Pukao, der Kopfschmuck, der einem Moai den letzten Schliff gab und sich farblich vom Rest der Figur abhebt. 


Die Pukaos haben auf der Unterseite eine Auswölbung, sodass sich der Hut alleine durch sein Gewicht beim Aufsetzen auf der Steinfigur hält. Das erklärt aber wiederum, warum die Pukaos bei den umgefallenen Moais an anderer Stelle liegen.


Ein Moai setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die an unterschiedlichen Orten gefertigt wurden. Puna Pau war der Ort, wo sich die Hutmanufaktur befand. Hier lieferte die Erde die benötigte rote Farbe und immer noch liegen verstreut die tonnenschweren Hüte der Steinfiguren im grünen Gras herum. Irgendwie wirkt diese Szenerie surreal auf mich, während wir uns inmitten der Produktionsanlage für Pukaos befinden.

Die einzige im Inselinneren stehende Plattform mit Moais ist Ahu a Kivi. Die sieben Moais sollen die sieben Abgesandten aus Polynesien darstellen, von denen einer bei Ankunft auf der Insel verstarb. Die steinernen Abgesandten blicken in Richtung ihrer alten Heimat, nach Polynesien. 

Zum Abschluss unserer heutigen Privattour sehen wir uns erneut Ahu Tahai an, wo wir während unseres zweiten Besuches wesentlich besseres Licht als noch vor zwei Tagen vorfinden. 

Nach einem leckeren Essen in Hanga Roa entschließen wir kurzfristig, uns für den Abend Karten für eine Show zu kaufen.


Die Show der Grupo Maori Tupuna gefällt uns zwar recht gut, allerdings ist diese so laut, dass uns die Ohren schmerzen, sodass der Genuss auf der Strecke bleibt.


Tag 25 – Rapa Nui

Entspannung 


Zum heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten. Tatsächlich hätten wir bereits schon heute wieder zurück aufs Festland fliegen können. Wir haben so viel gesehen auf dem Eiland, sodass wir den Tag dazu nutzen, zu entspannen und ein weiteres Mal durch das kleine Hanga Roa zu schlendern und in einem Restaurant zu essen. 


Tag 26 – Rapa Nui – Santiago de Chile

Abschied von einem etwas anderen Eiland in der Südsee


Wir können bis zum Mittag unser Zimmer nutzen. Dann heißt es Abschied nehmen von dieser Insel, die sich in vielerlei Hinsicht von anderen Südseeinseln unterscheidet und mit Ostern im Grunde genommen so rein gar nichts zu tun hat. Ihren Namen erhielt sie von einem holländischen Seefahrer, der die Insel als erster Europäer sah, zufällig an Ostern. Rapa Nui ist der Name, den die Polynesier der Insel lange zuvor gaben.

In 4 Stunden und 45 Minuten bringt uns die LAN Chile zurück nach Santiago de Chile, wo wir spät am Abend im Hotel einchecken. 


Tag 27 – Santiago de Chile

Im Zentrum der Hauptstadt


Das Hotel Plaza San Francisco hatte ich ausgewählt, weil es eine unschlagbar zentrale Lage in der Hauptstadt hat und weil wir es bereits von unserer ersten Reise kannten.


Wir gehen später frühstücken, dafür dann aber ausgiebig. Unseren Tag in Santiago de Chile nutzen wir dafür, nach vielen Jahren erneut das Zentrum der Stadt zu Fuß zu erkunden. Wir lassen uns ausreichend Zeit für die Plaza de Armas und die umliegenden, geschichtsträchtigen Gebäude, wie die Casa Colorada, die Municipalidad, Correo Central, Palacio de la Real Audiencia und der Catedral Metropolitana.


Unser Weg führt uns am ehemaligen Kongressgebäude vorbei zum nicht weniger imposanten Palacio de los Tribunales de Justicia. Gegenüber im früheren Zollgebäude befindet sich das überaus sehenswerte Museo Chileno de Arte Precolombino, dem wir einen Besuch abstatten. In diesem Museum gefällt es uns so gut, dass wir uns fast drei Stunden für die Ausstellungen Zeit nehmen. 


Unser spätes Mittagessen nehmen wir im dem Museum angeschlossenen Restaurant ein. Es schmeckt uns gut und ist für chilenische Verhältnisse sogar recht preiswert. 


Unser Rückweg führt uns am Palacio de La Moneda vorbei. Es handelt sich um den Regierungssitz des Präsidenten. 


Tag 28 – Santiago de Chile – Buenos Aires

Von einer Hauptstadt in die nächste


Pünktlich und in den üblichen zwei Stunden fliegen wir von Chiles Hauptstadt in die Hauptstadt Argentiniens. Zum Glück ist der Flug über den Anden ruhig. 


Unsere Fahrt vom innerstädtischen Flughafen Aeroparque Jorge Newberry zum Hotel dauert ungewöhnlich lange. Straßen sind gesperrt und selbst die üblichen Staus erscheinen uns schlimmer als gewöhnlich. Von unserem nicht sonderlich gesprächigen Fahrer erfahren wir auf Nachfrage den Grund. Barack Obama und seine Michelle sind auf Staatsbesuch in der Stadt. Das erklärt die Verkehrssituation. 


Für unseren Aufenthalt in Buenos Aires haben wir uns einmal mehr für eine andere Unterkunft in einem neuen Stadtteil entschieden. Für eine Nacht wohnen wir im Magnolia Boutique Hotel in Palermo.


Die acht Zimmer des Hotels sind allesamt nach Bäumen benannt. Wir erhalten Palo Barracho. Die anderen Räume tragen Namen wie Ceibo, Ombu und Jacaranda. 


Tag 28 – Buenos Aires - Rückflug

Interessante Gespräche


Unser Plan, am Morgen noch etwas die Gegend zu erkunden, ist hinfällig. Am Frühstückstisch lernen wir ein sehr nettes Paar aus Seattle kennen, mit dem wir uns lange unterhalten. 


Später erfahren wir von der Eigentümerin dieses schönen Boutique Hotels, in dem wir uns rundum wohlfühlen, viel von der Geschichte des Gebäudes, das sich schon sehr lange in Familienbesitz befindet und von ihr zu diesem Wohlfühl-Boutique-Hotel umgebaut wurde. Die Eigentümerin spricht ein hervorragendes Deutsch und freut sich über die Möglichkeit eines ausgiebigen Gespräches mit uns. Die Freude beruht auf Gegenseitigkeit. Sie erzählt uns, dass es sich beim Palo Barracho um einen Baum mit Stacheln handelt und er vom Aussehen an einen Baobab erinnert. Sie zeigt uns ein Bild des Baumes und tatsächlich ist eine Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen. 


Wir haben uns so festgequatscht, gerne hätten wir noch so viel mehr erfahren, aber unser Transfer fährt vor. Wir müssen zum Flughafen. 


Die Lufthansa Maschine fliegt pünktlich ab, scheint Rückenwind zu haben und bringt uns in weniger als 13 Stunden nach Frankfurt, wo wir am


Tag 29 – Ankunft Frankfurt

Wieder zuhause


Vormittag des Folgetages landen und diese Reise ihr Ende findet.


Fazit


Unsere Reise war rundum gelungen und hat uns unglaublich gut gefallen. Das sonnige Wetter mit perfekten Temperaturen auf dem Festland hat sicherlich auch seinen Teil dazu beigetragen. Ebenso die Wahl unserer Unterkünfte, die mit einigen Highlights aufwarten konnten. Diese waren gar nicht einmal besonders luxuriös, vielmehr war es das Ambiente und die Betreiber, die für unsere Begeisterung gesorgt haben.


Die Landschaft in der Mitte Chiles hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir haben die Zeit im Land des großen Dichters, Pablo Neruda, des Weins, der Araukarien, der Seen, der Andenpässe und der vielen Vulkane ausgiebig genossen. Ich frage mich tatsächlich, warum diese Gegend oftmals noch so unentdeckt vom (Massen-)Tourismus ist. Vielleicht ändert sich dies irgendwann einmal, aber wir hatten das Glück, viele Highlights zumeist alleine oder nur mit wenigen anderen sehen und damit eine große Stille in beeindruckenden Landschaften erleben zu dürfen. Die Antwort, die ich für mich auf diese Frage gefunden habe, ist die, dass dieses Land einfach so unglaublich viele und gleichzeitig so unterschiedliche landschaftliche Leckerbissen zu bieten hat. 


Wenn es irgendeinen Punkt gibt, den ich möglicherweise anders machen würde, wäre es lediglich, eine Nacht weniger auf der Osterinsel zu buchen. Vier Nächte sind meiner Meinung nach perfekt, wenn man nicht jeden einzelnen Moai, Pukao oder Ahu des Eilands anschauen will und archäologisch nicht in jedes kleinste Detail eintauchen möchte. Ist man dies jedoch, kann man möglicherweise Wochen auf Rapa Nui verbringen.



„Wer die Abenteuerlichkeit des Reisens ins Blut bekommt, wird diese nicht wieder los.“   - Bruno H. Bürgel

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